Aus der Sammlung

Gotteshausbund Silbertaler, um 1565

Gotteshausbund, Taler, um 1565, Silber. Inv. N10977

Mitte des 14. Jahrhunderts bildete sich im Gebiet des heutigen Kantons Graubünden der Gotteshausbund. Er liess vereinzelt auch Münzen prägen, doch über die Prägetätigkeit ist nur wenig bekannt. Die Vorderseite dieses Talers zeigt einen aufrecht schreitenden Steinbock und die Umschrift «MONE NOVA DOMVS CVRIENSIS» als Hinweis auf den Herausgeber, die Rückseite einen gekrönten Doppeladler und die Devise «DOMINE CONSERVA NOS IN PACE» («Herr, erhalte uns in Frieden»).

Die Stempel für diese Münze wurden von Jakob Stampfer (1505/06 – 1579) geschnitten, der auch Aufträge für andere Münzstätten ausführte. Obwohl je fünf verschiedene Vorder- und Rückseitenstempel für Münzen dieses Typs bekannt sind und in acht verschiedenen Kombinationen vorkommen, gibt es heute nur noch etwas mehr als ein Dutzend solcher Taler, wohl weil ihr Silbergehalt gut war und sie mehrheitlich eingeschmolzen wurden.

Mehr darüber finden Sie im
Jahresbericht 1997 – 2001, Seiten 144 – 148.
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Foto: Adrian Bringolf, Schaffhausen

Aus der Sammlung

«Ruhepause im Garten auf der Oschwand» von Cuno Amiet

Cuno Amiet, «Ruhepause im Garten auf der Oschwand», 1911, Inv. A1829

In seinem Bauerngarten auf der Oschwand hatte Cuno Amiet gleichsam ein Stück Paradies gefunden und realisiert. Der Garten ist auch ein Hauptthema in seinem Werk. Nach seiner Abwendung von Ferdinand Hodlers Einfluss schuf er einige seiner persönlichsten Werke. Das 1911 entstandene Bild steht in dieser Tradition. Es ist geprägt von Eindrücken aus Pont-Aven sowie von Impulsen der Künstlergruppe «Die Brücke». Charakteristisch sind die breiten Farbflächen, kräftige Konturen, leuchtende Farben und eine harmonische Komposition.

Mehr darüber finden Sie im
Jahresbericht 1997 – 2001, Seiten 71 – 73.
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Foto: Rolf Wessendorf, Schaffhausen

Aus der Sammlung

Fayenceteller «Jeune fille» von Albert Anker und Théodore Deck

Théodore Deck (1823-1891) und Albert Anker (1831-1910), Fayenceteller «Jeune fille», Ende 1880er Jahre, Inv. 61044

Der Fayenceteller belegt die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Maler Albert Anker und dem französischen Keramiker Théodore Deck. Zwischen 1866 und 1892 bemalte Anker für dessen Manufaktur über 500 Keramiken in bestechender Qualität. Kontrastreich heben sich im düsteren Spiegel des Tellers die Umrisse eines Mädchens im Dreiviertelprofil ab. Effektvoll schimmert das Licht auf den geflochtenen Haaren und den fein modellierten Gesichtszügen. Der sinnende Blick des Mädchens streift über den Tellerrand hinaus, auf dem sich drei Putti in einer Rebenranke tummeln.

Rückseite des Fayencetellers (Ausschnitt)

Mehr darüber finden Sie im
Jahresbericht 2021 / 22, Seiten 166 – 169.
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Foto: Jürg Fausch, Schaffhausen

Aus der Sammlung

«Biografische Versprecher» von Yves Netzhammer

Die 5-Kanalprojektion «Biografische Versprecher» war 2018 in der gleichnamigen Ausstellung im Museum zu Allerheiligen zu sehen. In kleinen Sequenzen öffnen sich darin zahlreiche Einblicke in die nachdenkliche, lustige und manchmal brutale Welt der Netzhammer-Animationen. Der Figur des Narren kommt hier eine zentrale Rolle zu, ebenso in der Konzeption der gesamten Ausstellung. Durch den Ankauf der Videoinstallation konnte ein tragendes Element der Ausstellung dauerhaft für Schaffhausen erhalten werden.

Yves Netzhammer, Biografische Versprecher, 2018, Inv. V6

Mehr darüber finden Sie im
Jahresbericht 2017 / 18, Seite 26 – 31 sowie im
Jahresbericht 2019 / 20, Seiten 126 – 131.
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Aus der Sammlung

«Femme nue couchée sur un drap blanc» von Félix Edouard Vallotton

Félix Edouard Vallotton, «Femme nue couchée sur un drap blanc», 1904, Inv. A1757

Félix Edouard Vallottons «Femme nue couchée sur un drap blanc» (1904) fesselt durch ihre provokative Ruhe: eine junge nackte Frau ruht auf einer mit weissen Laken bedeckten Liege, auf ein gelbes Kissen gestützt, direkt dem Blick des Betrachters ausgesetzt. Die gewagte Pose erinnert an Manets «Olympia» und rief sofort kontroverse Deutungen hervor. Erstmals 1905 im Salon des Indépendants gezeigt, sorgte es durch seine kühle Direktheit und formale Strenge für besondere Aufmerksamkeit.

Mehr darüber finden Sie im
Jahresbericht 1992 – 1996, Seiten 109 – 113.
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Foto: Jürg Fausch, Schaffhausen

Aus der Sammlung

«Der Holzfäller» von Ferdinand Hodler

Ferdinand Hodler, «Der Holzfäller», 1910, Inv. A1772

1910 schuf Ferdinand Hodler seinen Holzfäller auf dem Höhepunkt seines Ruhms und seiner künstlerischen Meisterschaft. «Der Holzfäller» entstand aufgrund eines 1908 an ihn ergangenen Auftrags der Schweizerischen Nationalbank, für die 50-Franken-Note die Urbarmachung des Landes darzustellen; parallel illustrierte der Mäher auf der 100er-Note die Landwirtschaft. Zahlreiche Fassungen entstanden, von kleineren Studien bis zum monumentalen Gemälde.

In seiner wuchtigen Diagonalanlage zeigt «Der Holzfäller» Hodlers dynamischste Darstellung einer Einzelfigur und eine eindrucksvolle Inkarnation menschlicher Arbeit. Als Allegorie der Kraft spiegelt er Hodlers Charakterstärke, Willenskraft und die Tatkraft, mit der er Hindernisse in seiner Karriere überwand – die Axt wird zur Metapher des Pinsels, jede Wiederholung zur Demonstration seiner Effizienz.

Mehr darüber finden Sie im
Jahresbericht 1992 – 1996, Seiten 89 – 93.
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Foto: Jürg Fausch, Schaffhausen